Besondere Unterrichtskonzepte
Rhythmisierter Ganztag
Im Sommer/Herbst 2010 hat sich das Kollegium der Grundschule Eiserfeld entschlossen, ab Sommer 2011 eine Klasse der dann 3-zügigen 1. Schuljahre als rhythmisierte Ganztagsklasse einzurichten. Damit sind wir die erste Schule im Schulbezirk, die dieses Modell einrichtet.
Im Laufe des Jahres 2010/2011 erstellte das Lehrerkollegium mit den pädagogischen Mitarbeitern der bereits bestehenden Offenen Ganztagsschule das vorliegende Konzept.
Lesen und schreiben lernen nach der Silbenmethode
Das erste Schuljahr lernt mit der Silbenmethode und der Anlauttabelle das Lesen und Schreiben.
Das Silbenlernen ermöglicht einen leichten Zugang zum Synthetisieren der Wörter, die mithilfe der Anlauttabelle so früh wie möglich frei geschrieben werden.
Silben erkennen und richtig schreiben basiert auf der Erkenntnis, dass in jeden Silbenbogen ein König (Vokal) hineingehört. Geübt wird dieses Prinzip auch mit der Lernwerkstatt auf dem Computer.
Gleichzeitig mit der Einführung eines neuen Buchstabens wird dieser den Kindern als Lautgebärdenzeichen vermittelt.
Diese Methode hat sich im Förderunterricht anderer Schülergruppen mit sehr lese- und rechtschreibschwachen Kindern bewährt.
DaZ Konzept der Grundschule Eiserfeld
Aktuelle Situation im Herbst 2010
Etwa 22 % der Schülerinnen und Schüler der Grundschule Eiserfeld sind Kinder mit Migrationshintergrund. Die Eltern der Kinder stammen überwiegend aus der Türkei und aus Russland.
Im aktuellen Schulhalbjahr kann aufgrund mangelnder Lehrerstunden kein DaZ-Unterricht angeboten werden.
Für die ersten Klassen wird jedoch alternativ eine Deutschförderstunde durch den Verein Alter Aktiv angeboten. In dieser Stunde werden Kinder mit mangelnden Deutsch- bzw. Sprachkenntnissen, zu zweit oder allein, eine Stunde gefördert. Förderschwerpunkte sind: Sprechen, Arbeit mit der Anlauttabelle, gemeinsames Singen und Spielen. In einigen Klassen der Schuleingangsstufe engagierten sich "Lesepaten", die einmal wöchentlich, mit den Kindern lesen üben.
In den Jahren davor wurde der DaZ-Unterricht wie folgt durchgeführt:
Festlegung der Fördergruppen
Die Festlegung der Gruppen findet zu Beginn des Schuljahres nach Absprache mit der Klassenlehrerin bzw. der Deutschlehrerin statt. Besonders im ersten Schuljahr werden die Kinder durch Diagnoseverfahren ermittelt.
Organisation:
In der Regel wird der DaZ-Unterricht von einer Kollegin in allen vier Klassenstufen gestaltet.
Nach Möglichkeit werden Randstunden vor bzw. nach dem Klassenunterricht für die DaZ-Stunden genutzt. Teilweise findet der Unterricht auch parallel zu den Religionsstunden statt (insofern die Kinder nicht am Religionsunterricht teilnehmen). Leider verfügt die Schule nicht über einen speziellen DaZ-Raum, so dass der Unterricht in Klassenräumen oder im Computerraum stattfindet.
Material:
An der Grundschule Eiserfeld werden hauptsächlich folgende Materialien eingesetzt:
- Lernwerkstatt Mühlacker ( Software)
- DaZ-Boxen des Finken Verlags
- Realien
- Handpuppen
Förderziele:
In der Schuleingangsphase liegt der Schwerpunkt auf dem Sprechen und Hören (z.B. Sprachverständnis, aktives Zuhören). Im Anschluss an den Schriftspracherwerb werden alle sprachlichen Fertigkeiten fokussiert:
- Lesen
- Grammatik
- mdl./schriftlicher Sprachgebrauch
- Rechtschreibung
Inhalte:
Die Inhalte des DaZ-Unterrichts entstammen hauptsächlich aus der direkten Lebenswirklichkeit der Kinder:
- Das bin ich ;meine Familie/Freunde
- Schule
- Einkaufen
- Jahreszeiten
- Wohnen
- Kleidung
- Tiere
Klassenlehrerprinzip:
In den Klassen 1 und 2 unterrichtet ein Lehrer (oder ein Lehrerteam) möglichst viele Stunden, damit die Schüler sich nicht durch zu viele Fachlehrer ständig umstellen müssen. Erst in Klasse 3 und 4 wird auch ein Hauptfach (meist Mathematik) an einen anderen Lehrer abgegeben um die Schüler zum Einen auf die weiterführenden Schulen vorzubereiten, aber auch, um für die Leistungsbewertung und auch die anstehenden Empfehlungen zur weiterführenden Schule in Klasse 4 eine weitere Meinung zu haben.
"Fachleute" im Unterricht:
Gerne nutzen wir die Möglichkeit Fachleute zu meist sachkundlichen Themen zu uns einzuladen, die aus ihrem Erfahrungsbereich (Geschichte, Arbeitswelt,etc) berichten und diese dadurch den Kindern näher bringen.
Außerschulische Lernorte:
Außerschulische Lernorte werden besonders im Rahmen des Sachunterrichts genutzt. Zum Beispiel:
Besuch der Altstadt Siegen; ein Besuch der Stadtbibliothek im Krönchencenter (für Klasse 4), Besuch des Klärwerks, Besuch des Haubergs. Ferner werden Wechselausstellungen im Museum für Gegenwartskunst besucht.
Der regelmäßige Besuch der Uni in Siegen ist ein Höhepunkt alle 2 Jahre. Dort werden im Science Forum Versuche aufgebaut, die die Schüler in Kleingruppen bearbeiten können. So ist der Besuch einmal in Klasse 1/2 vorgesehen und einmal für Klasse 3/4 . Im Rahmen der MINT-Förderung planen wir derzeit eine Zusammenarbeit mit dem Gymnasium auf der Morgenröthe.
AG´s
Seit dem Schuljahr 2009/2010 haben wir feste AG-Zeiten eingerichtet. Das heißt, alle Schüler der Klassen 3 und 4 wählen eine AG aus, an der sie teilnehmen möchten. Diese Zeiten werden im Stundenplan fest vorgesehen und finden wöchentlich statt. Hierbei werden wir von Mitarbeitern der OGS und auch von Eltern unterstützt, die bereit sind, eine AG anzubieten.
Die Angebote im Nachmittagsbereich der Ganztagsschule vervollständigen dieses Angebot und sind ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einem Haus des Lernens und Lebens.
Schulhofgestaltung
Unsere Schulhöfe bestehen zum größten Teil aus einer asphaltierten Fläche, die dringend erneuert werden müsste. Neben aufgemalten Hüpfkästchen stehen verschiedene Spielgeräte auf einer 2003 angelegten Rasenfläche.
Für den Ganztagsbereich wurden Fahrräder, Roller, Pedalos und ähnliche Bewegungsgeräte angeschafft. Eine Renovierung des Schulhofs ist im laufenden Schuljahr geplant.
Schulinternes Curriculum
Die Schule hat Ziele und Inhalte der Lehr- und Lernangebote in einem schulinternen Curriculum festgelegt.
- Ziele und Inhalte der Lehr- und Lernangebote unseres schulinternen Curriculums sind auf die aktuellen Kernlehrpläne bzw. Bildungsstandards NRW abgestimmt.
- Inhaltliche Kontinuität der Lehr- und Lernprozesse in den einzelnen Jahrgangsstufen werden gesichert.
- Fachspezifische Umsetzungen des schulinternen Curriculums werden gesichert
- Fächerverbindendes Lernen in unserm Curriculum ist systematisch verankert
- Der Anwendungsbezug und die Anschlussfähigkeit der Lehr- und Lerngegenstände sind gesichert
- Unterricht wird gemeinsam (Kollegial) vor- und nachbereitet.
Förderkonzept
Die Kinder dort abholen, wo sie stehen", das ist unser Anliegen.
Kinder kommen mit den unterschiedlichsten Vorerfahrungen in die Schule. Ihre Verschiedenartigkeit spiegelt sich in ihren Fähigkeiten, Fertigkeiten und Interessen wider.
Die Grundschule hat als erste Schulstufe die wichtige Aufgabe, Grundlagen für die Lernentwicklung und für das Lernverhalten aller Kinder zulegen.
Während der gesamten Grundschulzeit wird die Lernentwicklung dokumentiert ( s. Beobachtungsbogen im Anhang oder Stolperwörtertest) um jederzeit Auskunft über den tatsächlichen Lernstand geben zu können und um ein rechtzeitiges individuelles Fördern zu ermöglichen.
Im kommenden Schuljahr wird ein Förderband eingerichtet.
- individuelle Förderung:
Durch Beobachtungen im Unterricht, der regelmäßig durchgeführten HSP,
sowie der Feststellung der Basiskompetenzen durch einen entsprechenden Erhebungsbogen (s. Anhang)
wird für Schülerinnen und Schüler ein individueller Förderplan von der Fachlehrkraft in Zusammenhang mit der Klassenlehrkraft erstellt und in den Teamstunden mit den Parallelkollegen besprochen.
- Beispiel eines Förderplans (s. Anhang)
- Allgemeiner Förderunterricht
Der Förderunterricht wird von der jeweiligen Fachlehrkraft im Unterricht durchgeführt. Gibt es die Möglichkeit der Randstunden, wird die Förderung im Rahmen von Kleingruppen erteilt.
- Innere Differenzierung
Die Schülerinnen und Schüler werden individuell unterstützt durch:
Quantitative Differenzierung
- Reduzierung des Lernumfanges
- Grundaufgaben und Zusatzangebote
Qualitative Differenzierung
- Ausschöpfen der Möglichkeiten, die die Lehrwerke liefern
- Angebote von vorstrukturierten, vereinfachte Aufgaben, wiederholende Übungen, Spiel- und Rätselaufgaben
- Leseförderung entsprechend des eigenen Niveaus mit "Antolin" (demnächst wieder)
- Teilnahme an Lernwettbewerben
Unterrichtsorganisationen, die individuelle Lernwege eröffnen
- Tages- und Wochenplanarbeit
- Lernbuffet
- Stationen lernen
- Karteikästen
- Lernsoftware
- Spiele
Sozialformen
- Gruppenarbeit
- Partnerarbeit
- Helferkinder / Spezialisten
- Einzelarbeit mit individueller Hilfestellung durch die Lehrkraft
LRS-Stunden
- im Stundenplan fest verankert sind die Förderstunden für Kinder mit LRS-Schwäche des 3. und 4. Schuljahres
Hausaufgabenhilfe (s. OGS)
Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund - siehe DaZ-Konzept
Zum erfolgreichen Lernen gehören Eltern, die ihr Kind unterstützen, weshalb auf eine intensive Zusammenarbeit Wert gelegt wird. (s. Elternmitarbeit)
Die Fördermaßnahmen können sowohl im schulischen, häuslichen bzw. im außerschulischen Rahmen stattfinden.
Die aktuellste Form des schuleigenen Lehr- und Lernplans (Curriculum) ist im schulinternen Anhang des Schulprogramms ausgewiesen und unterliegt einer permanenten Selbstevaluation.
Antolin
Seit diesem Jahr arbeiten wir mit dem Antonlin-Leseprogramm.

Unsere Schule soll ein Haus des Lernens sein, in dem die Würdigung des einzelnen Kindes und vertrauensvolle Zusammenarbeit Grundlage unseres Handelns sind.
Das ganze Schulprogramm als PDF zum Download (136 KByte)
